Erwachet! Tolle, lege!

Mein Leserbrief zum Artikel von Adam Soboczynski in der Zeit-Ausgabe vom 22.3.2012: Erwachet!

http://www.zeit.de/2012/13/Sarrazin-Euro-Krise

 Erwachet!

Ein altes Sprichwort sagt: Über ungelegte Eier soll man nicht gackern. Erst recht nicht, wenn es sich um  fremde Nester handelt. Nichts desto trotz spekuliert Dr. Soboczynski munter darüber, was Thilo Sarrazin wohl künftig in seinen neuen Buch so schreiben wird. Ja, wenn der angehende Kommentator  doch wenigstens schon  mal das erste Buch gelesen hätte! Hat er aber nicht, sonst würde er nicht auf die abgedroschenen Phrasen von erblicher Dummheit hereinfallen, die seine Kollegen von der schreibenden Zunft zwar  gerne, aber unzutreffend kolportieren.  Thilo Sarrazin bezeichnet dieses Phänomen punktgenau als „Journalistische Legasthenie“. Es hätte Dr. Soboczynski  sicher besser zu Gesicht gestanden, wenn er auf die Ausführungen unserer Mitbürger wie etwa der  türkischstämmigen  Necla Kelec oder von  Ayaan Hirsi eingegangen wäre, die in Thilos Buch breiten Raum einnehmen. Und wenn  Sarrazin  in seinem Werk nun gerade die gelungene Integration der Immigranten aus Osteuropa als gutes Beispiel anführt, dann sollte sich eigentlich auch ein Kommentator mit dem eingängigen Namen Soboczynski geschmeichelt fühlen. Denn wie seine Vita verrät, hat er seine familiären Wurzeln im katholischen Städtchen Thorn. Und sicherlich ist auch dort die Überlieferung  von der geistlichen Erweckung des heiligen Augustinus geläufig: Der Engel des Herrn reicht ihm das Buch der Bücher mit den Worten: Tolle, lege! Nimm und lies! Adam Soboczynski leitet seine Ausführungen mit den Weckruf: Erwachet! ein.  Hoffen wir, daß ihm selbst dieses Erweckungserlebnis zuteilwird: Tolle, lege! Nimm und lies!

Ich bete dafür.

Nachtrag am 30.5.2012

Lieber Herr Dr. Soboczynski,

Pfingsten, das die ganze Christenheit als Fest der Erleuchtung feiert, ist nun gerade vorbei. Und fast gleichzeitig ist das neue Werk von Thilo Sarrazin erschienen, über das Sie in Ihrem Zeit-Artikel im März dieses Jahres so phantasievoll spekuliert haben. Wie aus dem Kontext hervorgeht, hatten Sie ja zu jenem Zeitpunkt auch sein Erstlingswerk: „Deutschland schafft sich ab“ noch nicht verinnerlicht.

Um Ihnen den Weg zur Erweckung (erwache!) zu erleichtern, sende ich Ihnen mit separater Post einen Amazon-Geschenkgutschein über 23€  zur Anschaffung eines Werkes von Thilo Sarrazin nach Ihrer Wahl, verbunden mit der Hoffnung, daß die Lektüre bei Ihnen auf fruchtbaren Boden fallen möge.

Tolle, lege!

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Ulrich

Nachtrag am 19.6.2012

Leider wurde der Gutschein nicht angenommen:  zeit_ruecksendung_gutschein001

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