BeamtInnenrundfunkbeitrag

Wir sind mittendrin in den närrischen Tagen, aber ein Witz wird uns auch noch nach Aschermittwoch beschäftigen: Rundfunkbeitrag! Schon gut, wir haben uns daran gewöhnt, daß seit Jahresanfang auch Taube, Blinde und Leute ohne jegliches  Empfangsgerät in den Genuss des Beitragsservice kommen.

Service, das heißt im Beamtendeutsch  zur Gebührenzahlung zwangsverpflichtet zu werden. Das ist  nur ein Beispiel des Blödsinns, den sich  unsere Politiker mit schöner Regelmäßigkeit ausdenken. Und weil am neuen Rundfunkstaatsvertrag alle 16 Bundesländer mitgewirkt haben wurde natürlich besonders viel Mist produziert. Das kennen wir, das ist nichts wirklich Neues.

 Aber eine Erkenntnis ist neu und verblüffend: Auch unsere Beamten und öffentlich Bediensteten sind beitragspflichtig! Das waren sie schon immer, nur ist es keinem aufgefallen. Aber jetzt wird’s deutlich teurer. Natürlich werden unsere treuen Staatsdiener nicht selber zur Kasse gebeten. Blechen muß nämlich der Dienstherr, und somit der  Steuerzahler! Interessant, was da so alles gebührenpflichtig geworden ist: Friedhöfe zum Beispiel. Ich dachte immer, das sind bloß letzte Ruhestätten.

Falsch, das sind Betriebsstätten im Sinne der Beitragspflicht!  Der Totengräber im Dienst als Medienkonsument der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten?  Was mag er wohl hören? Eins-Live oder eher getragene Orchestermusik auf WDR-Klassik? Ein Requiem?  Und was noch alles als Betriebsstätte gezählt wird: Knast, Kasernen, Krematorien, Kindergärten. Ausgenommen sind  Synagogen und Moscheen. 

Ich gebe es zu: Ich habe unseren Staatsdienern bitter Unrecht getan. Wie viele andere hatte  ich doch geglaubt, daß sie in ihren Amtsstuben zumeist so vor sich hin dösen oder einfach friedlich schlummern. Jeder Bürger kennt das Spiel „Beamtenmikado“: Man setzt sich zum Dienstbeginn ruhig an seinem Schreibtisch, verharrt in Ruhestellung, wer sich zuerst bewegt, der hat verloren.

Jetzt wissen wir es: Unsere öffentlich Bediensteten sind allesamt muntere Medienkonsumenten! Im Dienst! So die Unterstellung des Beitragsservice, früher bekannt als GEZ.

Aber mit welchem Programmen sprechen die Öffentlich-Rechtlichen die Zielgruppe der Staatsdiener an? Ich blättere mal die Übersicht von heute, 6. Februar 2013 . Schauen wir mal:

9:00 Dienstbeginn. Erst mal Kaffe holen.

 9:05 ZDF Volle Kanne – Service täglich.  Programmpunkt: Hilfe bei Angststörungen

12:30 ARD: Fernsehköchin Amirfallah bereitet Kalbsgeschnetzeltes mit Nudeln. Das gibt Appetit für die Kantine.

13:30 Bayerisches Fernsehen: Darmprobleme

16:30 MDR: Gäste zum Kaffee Anschließend: Dienstschluss.

Köln ist uns allen bekannt als Heimstatt vieler Narren. Damit sind nicht nur Büttenredner gemeint. Frank Walter-Borjans hat dort seinerzeit die Bettensteuer erfunden. Das hat ihn direkt zum Amt des Finanzministers von NRW qualifiziert. Jetzt denkt er laut über neue Steuern nach. Klar! Damit die öffentliche Hand die  Rundfunkbeiträge bezahlen kann. Und deswegen heißt es ja öffentliche Hand: Das Geld wird vor aller Augen mit vollen Händen ausgeben.  Aber ausgerechnet  Köln, Heimatstadt des WDR,  will nun keine Rundfunkgebühren mehr zahlen. Was klüngeln die da?

Was mich noch interessiert: Zahlen unsere Rundfunkanstalten (man beachte: Anstalt) eigentlich selber Gebühren für ihre Mitarbeiter? Rechte Tasche-linke Tasche? Vielleicht kann mir ja jemand auf die Sprünge helfen.

Gute Unterhaltung!

 Euer Bernd

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