Kein Mitleid mit deutschem Opfer

Ein Opfer von vielen. Unter diesem Titel berichtete die FAZ von einem jungen Mann, der nächtens zwei von Arabern bedrängten Mädchen zuhilfe kommen will. Er wird von der Gang brutal zusammengeschlagen. Der bereits hilflos am Boden liegende wird mehrmals ins Gesicht getreten, ausgeraubt und überlebt mit knapper Not. Er bleibt für sein Leben gezeichnet; die Täter werden nicht gefasst, das Verfahren gegen unbekannt wird eingestellt.  Mitleid? Fehlanzeige!

Hier die ganze Geschichte (FAZ vom 16.12.2014, Autor: Reinhard Müller):

Ein Rechtsanwalt, der helfen will, wird mit Fußtritten traktiert und schwer verletzt – aber sein Fall erregt kaum Mitleid.

Der Rechtsanwalt kommt von einer Party, hat getrunken, ist aber nicht betrunken. Auf einem Platz mitten in einer westdeutschen Großstadt morgens um drei ist noch einiges los. Er sieht vier bis fünf Männer, vermutlich arabischer oder nordafrikanischer Herkunft, die zwei Mädchen belästigen.

 Der stattliche Anwalt, womöglich wegen des Alkohols noch selbstsicherer als sonst, fordert die jungen Männer auf, von den Mädchen abzulassen. Sofort erhält er Schläge ins Gesicht, geht zu Boden. Nun treten sie ihm gegen den Körper und weiter gegen den Kopf. Dann rauben sie ihr Opfer aus, finden auch schnell das Handy, das in einer Innentasche steckt. Der Jurist hat das Bewusstsein nicht verloren, nimmt die Hände vom Gesicht. Da kommt einer der Schläger noch einmal schnell zurück und tritt ihm abermals gegen das Gesicht. Erst nach langen Minuten ruft ein Passant Hilfe herbei.

Der Rettungssanitäter sagt, so etwas sei gang und gäbe. In der Notaufnahme merkt der Anwalt, wie er später erzählt, zum ersten Mal richtig, was es heißt, Opfer zu sein. Der Arzt stellt sich nicht vor und behandelt ihn wie einen Betrunkenen, der selbst schuld ist.

Dann eine Woche Universitätsklinik. Jochbein zertrümmert, Nasenbein gebrochen, die Nase wird wohl krumm bleiben, Schäden an Kiefer und Zähnen. Bemerkenswerterweise aber keine schwere Gehirnerschütterung und kein Augenschaden. Im Schädel hat er jetzt Titanplatten, womöglich bleiben Taubheitsgefühle im Gesicht. Im Krankenhaus erfährt er, dass er als Opfer einer Gewalttat mit Fußtritten kein Einzelfall ist.

Einen Tag nach der Entlassung aus der Klinik sitzt er wieder am Schreibtisch seiner Kanzlei. Von der Polizei hört er, kurze Zeit später habe es einen ganz ähnlichen Fall ein paar Straßen weiter gegeben. Vielleicht finde man ja die Täter. Ob die Schläger im Fall der Fälle dann ins Gefängnis müssen, sei aber zweifelhaft. Vielleicht wegen des Raubes. Noch wird versucht, die Täter über das geraubte Telefon zu ermitteln, doch noch zwei Wochen nach der Tat lag dafür keine richterliche Genehmigung vor.

Aber offenbar wurde gleich die Sim-Karte weggeworfen und das Handy nicht mehr benutzt. Auf einem Phantombild kann das Opfer niemanden erkennen. Die Polizisten sind freundlich und kooperativ. Sie lassen aber auch durchblicken: Wenn sich nicht etwa überraschend ein Zeuge melden sollte, wird das Verfahren wohl bald eingestellt werden.

Das Opfer ist entstellt, es erzählt nur ganz wenigen, was wirklich geschah. Natürlich wird er aber öfter darauf angesprochen. Nicht selten erfährt er durch die Blume: Wer sich prügelt, ist doch selbst schuld. Mancher deutet an, so etwas könne ihm nicht passieren, man müsse eben aufpassen. Und das Opfer wird natürlich später auf den Fall der Türkin Tugce Albayrak angesprochen, nach der jetzt im hessischen Offenbach eine Brücke benannt werden soll.

Wie in seinem Fall ist noch nicht gerichtlich geklärt, was geschah und wie das rechtlich zu werten ist. So wie bisher bekannt, gehen die Ermittler im Fall Albayrak, die ebenfalls helfen wollte, von einer Körperverletzung mit Todesfolge aus. Nach einem Schlag an den Kopf soll sie so gestürzt sein, dass sie starb.

Dominik Brunner, der sich in München schützend vor Jugendliche gestellt hatte, starb nach Tritten gegen den Kopf seinerzeit an seinem vergrößerten Herz. Der Haupttäter wurde wegen Mordes und versuchter räuberischer Erpressung zu mehr als neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. In Nürnberg wurde im vergangenen Jahr ein Pilotprojekt gestartet: Solche Gewalttaten mit Fußtritten werden dort künftig direkt von der Mordkommission untersucht.

Der überfallene Anwalt wirkt nicht traumatisiert. Aber er will sich künftig genauer überlegen, wohin er geht und wie er sich in solchen Fällen verhält. Sein Gefühl: Er ist nur ein Opfer von vielen.

Dieser Artikel wurde auch hier im online-Auftritt der FAZ veröffentlicht:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/angriffe-mit-fusstritten-sind-in-deutschland-an-der-tagesordnung-13323350.html

Es gab eine  große Resonanz unter den Lesern, die über ähnliche Erfahrungen berichten konnten. Hier einige Ausschnitte in der Reihenfolge der Empfehlungen:

Es gibt noch weit mehr Opfer

Auch die (in der Regel deutschen) Mädchen bzw. Frauen, die beinahe täglich Opfer sexueller Belästigung und Gewalt werden, weil zufällig kein couragierter Anwalt in der Nähe ist, sind Opfer ohne Öffentlichkeit und ohne Aussicht auf Bestrafung der Täter. Auch von #Aufschrei hört man bei all diesen Straftaten nicht ein Wort, man wird nur tätig, wenn alte Männer ein paar lockere Sprüche ablassen. Ein weiteres Opfer ist das Gewaltmonopol des Staates, das in den deutschen Städten in bestimmten Stadtteilen und während bestimmter Tages- bzw. Nachtzeiten außer Kraft gesetzt und durch das Faustrecht des Stärkeren – der häufig noch mit Schuss- oder Stichwaffen bewaffnet ist – abgelöst wird. So entsteht in vielen Bereichen der Gesellschaft ein Klima der Angst, ein Gefügigmachen der Schwächeren, die sich berauben oder missbrauchen lassen müssen, weil Hilfe nicht zu erwarten ist und eine Verfolgung der Täter, sofern sie ermittelt werden, systematisch im Sande verläuft. D a s ist eine Schande.

das wird im Sande verlaufen

…, die Akte wird bei der Staatsanwaltschaft erst in der falschen Abteilung landen (Drogendelikte oder sowas), dann wird das Verfahren bearbeitungslos eingestellt. Hakt man dann nach, stellt sich nach einem Jahr heraus, dass es sich ja um Körperverletzung handelte, jedoch Anzeige gegen unbekannt läuft. Somit aussichtslos. Thema erledigt. Es werden vermutlich keine Video-Kameras gesucht, die vielleicht in der Nähe einiges aufgezeichnet haben. Weil das Opfer Alkohol im Blut hatte, wiegt der Straftatverdacht nichts. Sollte das Opfer Canabis-Spuren im Blut haben, wird auch noch die Führerscheinstelle gegen das Opfer eingeschaltet, obwohl rechtswidrig. Diesen staatsanwaltlichen teuren Ermittlungsapparat können wir uns sparen, zu teuer und bringt nichts. Es sei denn, man liefert Leichen und Täter ( s. NSU). Wir sprechen aus eigener Erfahrung.

Das größte Unglück fand glücklicherweise nicht statt

Der Anwalt hätte ja auch die arabischen/afrikanischen Täter verletzen können. Man stelle sich das Theater vor, das dann auf unseren Straßen und in unseren Medien los gehen würde. Aufrufe zum „Gesicht zeigen gegen Rassismus“ wären noch das mildeste. Das Feuilleton hätte DEN Aufreisser für Wochen. Laufend würde das Thema in TV-Talkshows hochgekocht. Bestfinanzierte Betreuungsprogramme für „Opfer der alltäglichen Gewalt gegen Migranten in Deutschland“ würden von Bund, Ländern und Kommunen aufgelegt. Der Anwalt könnte sein Haus nur auf Schleichwegen betreten, wollte er den in großer Zahl präsenten TV-Aufnahmeteams entgehen. Nein, ist schon gut so, wie es lief: Artikel in „Gesellschaft“ und Klappe zu.

Was, wenn es andersherum gewesen waere?

Ist einem Bekannten kuerzlich passiert: Beim Einstieg in den Bus draengelte sich jemand vor und stiess dabei sehr grob ein Kind zur Seite. Mein Bekannter, recht kraeftig, schubste danach den Taeter um, der plumpste zu Boden. Keine Verletzungen. Die Polizei wurde gerufen, mein Bekannter musste sich vor Gericht verantworten. Zum Glueck gab es genuegend Zeugen, es erfolgte Freispruch. Was dem Kind passiert war, interessierte die Polizei nicht. Der, mit dem alles anfing, war auslaendischer Herkunft. Mein Bekannter nicht.

Wenn es dann zur Anklage kommt …

ist noch lange nicht gesagt dass die Justiz ihrer Arbeit „ungehindert“ nachkommen kann. Denn : es gibt noch ganz andere „Opfer“ an die man zunächst gar nicht denkt. Polizisten, Richter, Staatsanwälte – was, wie ? Keine Meldung aus dem Nirwana rechter Websites sondern von ndr.de … „Familienclans bedrohen …“ … einfach googeln, Meldung von vor 2 Wochen, in kurzen Worten kaum widerzugeben, unglaubliche Zustände, Polizeipräsidenten, der Bund der Kriminalbeamten u. die Polizeigewerkschaft sprechen von nie dagewesenen Zuständen mit zunehmender Tendenz. Und davon dass dies „die Politik verbockt hat“. Aber die Politik hat die „Schande Deutschlands“ ganz woanders lokalisiert. Und schweigt beharrlich zu schwersten Angriffen gegen den „Rechtsstaat“ …

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Familienclans-bedrohen-Polizisten-und-Richter,familienclans112.html

Mein 18jähriger Sohn berichtete mir

folgendes: „Ich war im Supermarkt.Plötzlich lautes Geschrei.3Jugendliche(ca.15-16Jahre)rannten durch den Laden,rempelten Kunden an und spuckten laufend auf den Boden.Ein älterer Herr,der wüst zur Seite geschubst wurde wehrte sich.Nun kam es zu einer Prügelei.Der ältere Herr bekam einen Schlag ins Gesicht,blutete,Gläser vielen zu Boden,usw.Personal und Kunden „verkrümelten“sich.Ich nahm den Größten der Bande in den Schwitzkasten und drohte ihm Prügel an falls er nicht sofort hier aufhört und alle 3 verschwinden.Spuckend und grölend verließen sie den Laden.Das Personal hat nichts getan.Sie taten so als hätten sie nichts bemerkt.Der verletzte Herr bedankte sich bei mir.“ Auf meine Nachfrage am nächsten Tag sagte der Filialleiter,keiner hätte etwas mitbekommen. Mein Sohn ist Ruderer und kräftig,das hilft ihm aber nicht immer.Zur Polizei würde er nie gehen,sagt er.Was soll ich als Mutter ihm raten?

 Das vollständige Leserecho findet sich hier::

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/angriffe-mit-fusstritten-sind-in-deutschland-an-der-tagesordnung-13323350.html

Eine interessante Lektüre!

Euer Bernd

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