Lieber Christian, ich will gar nicht

zurück zu Dir und Deiner FDP! Deine Sorge, daß ich an Deiner Tür anklopfen könnte, die ist nun wirklich ganz und gar überflüssig!

Warum? Das will ich Dir gerne sagen. Die FDP und ich, das war die tragische Geschichte einer viele Jahrzehnte andauernden Liebesbeziehung, die zum Schluss kläglich scheiterte. Ich erzähle mal von Anfang an:

Es war in den späten Siebzigern. Du, Christian Lindner, warst noch gar nicht auf der Welt. Da machte ich in meiner Universitätsstadt Münster schon Straßenwahlkampf für die FDP. Seite an Seite mit Jürgen Möllemann. Liberalismus als die Idee vom freien, selbstverantwortlichen,  selbstbestimmten Staatsbürger. Das war mein Ideal und dafür setzte ich mich ein. Schon Jahre vorher, bei der Willy-Wahl 1972, da hatte ich Euch meine Stimme gegeben. Aus tiefer Überzeugung; das war keine Leihstimme eines CDU-Sympathisanten. Und mein Kreuz auf dem Wahlzettel blieb Euch erhalten, all die Jahre, auch noch 2009, als Ihr mit einem Traumergebnis von 14,9% und sage und schreibe dreiundneunzig Abgeordneten in den Bundestag eingezogen seid. Wie viele andere hatte ich gehofft, daß eine derart gestärkte FDP den Linksparteien und einer sozialdemokratisch gewandelten CDU klare Kante bieten würde. „Arbeit muß sich wieder lohnen“ , das war Euer Slogan. Ganz meine Meinung. Auch heute noch.

Was habt Ihr daraus gemacht? Nichts! Nicht die Bohne! Viel versprochen, nichts gehalten. Widerstandslos habt Ihr Euch von CDU/CSU über den Tisch ziehen lassen. Steuersenkungen für die Bürger? Fehlanzeige! Statt dessen ein Fehltritt nach dem anderen. Die Mehrwertsteueraffäre für Hotels habt Ihr Euch widerspruchslos ans Bein binden lassen. Dabei war das mal eine originäre Erfindung der bayerischen CSU. Nur weiß das heute keiner mehr. Daß Gauck nur durch Euch Präsident wurde: Mit dem Pfund habt Ihr nicht gewuchert. Die gegen Prinzipen des freien Marktes erfolgten Bankenrettungen und der Beginn des Griechenlanddesasters: Das habt Ihr alles, so wie Angela Merkel es verlangte, gehorsam abgenickt. Nicht nur das: Die wenigen Abweichler in Euren Reihen wie etwa Frank Schäffler wurden rüde zurecht gewiesen. Hättet Ihr schon damals gegen die griechische Konkursverschleppung gestimmt: Dann hättet Ihr bei der letzten Bundestagswahl ein Traumergebnis gehabt. Die AfD wäre nicht gegründet worden. Hätte, hätte, hätte. Statt dessen seid Ihr achtkantig aus dem Parlament rausgeflogen. Selber schuld.

Eure Publicity war ein blankes Desaster. Nur ein paar Beispiele: Allerorten genießen schwule Politiker hierzulande die warmherzige Empathie der Meinungsmacher: Wowereit, Ole von Beust. Nichts so Euer Guido. Da wurde gelästert was das Zeug hält. Ihr habt nicht dagegen gehalten. Und daß dann ein Vorsitzender mit asiatischem Migrationshintergrund das Ruder übernahm: Auch das wurde Euch hämisch angekreidet. Anstatt in die Offensive zu gehen habt Ihr Euch verschämt weggeduckt.

Was ich Euch besonders vorwerfe: Daß der Liberalismus zum Schimpfwort verkommen ist. Das habt Ihr zugelassen. Neoliberal ist ja schon fast so schlimm wie Nazi. Warum habt Ihr nicht gekämpft? Liberalismus, die schöpferische Kraft des freien Unternehmers und Erfinders, das war und ist die Quelle des Wohlstandes in der westlichen Welt und Fundament unseres Wirtschaftswunders! Schreibt Euch das hinter die Ohren! Dieses Feld habt Ihr kampflos geräumt. Schimpf und Schande!

Entfesselte Märkte, böse Spekulanten und gierige Bänker: Das war und ist die Legende, gesponnen von  Linksparteien und CDU. Da wurde ein Popanz aufgebaut um vom ureigenen Politikversagen abzulenken. Warum habt Ihr nicht dagegen gehalten?

Und noch etwas: Die Innere Sicherheit. Da hatte ich mit Eurer Einstellung von jeher meine Probleme. Dafür habt Ihr gar kein Herz und auch keinen Verstand. Ein paar Beispiele: Wenn die alte Omi auf den Enkeltrick hereinfällt: Fehlanzeige für die Ermittler. Denn die Handy-Daten der Gauner dürfen nicht gespeichert werden. Dafür habt Ihr gesorgt; Leutheusser-Schnarrenberger sei Dank. Oder die jahrelange Jagd auf den Verrückten, der immer wieder mit scharfer Munition auf Lastwagen geschossen hat. Insgesamt siebenhundert mal. Den hätte man Jahre früher dingfest machen können. Nämlich wenn die Polizei die erfassten Mautdaten hätte auswerten dürfen. Hätte, durfte sie aber nicht. Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen: Für Euch das reine Teufelszeug! Pfui!

Ja, in einem Aspekt seid ihr heute ganz liberal: Wenn es um die Freizügigkeit von Gangstern und Gaunern geht. Da rangiert Datenschutz bei Euch ganz weit vor Opferschutz. „Datenschutz und Opferschutz stehen hier in einem krassen Missverhältnis“. Das sind die Worte des Vorsitzenden des Bundes deutscher KriminalbeamterQuelle: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/72365/2805056.  Dabei sollten doch  Terrorismusabwehr und der Kampf gegen immer stärker werdende Kriminalität eine Herzensangelegenheit für jeden Politiker sein, der auch nur einen Funken Verantwortung für seine Bürger hat! Gerade in diesen unsicher gewordenen Zeiten. Aber das ist mit Euch nicht zu machen!

Nein, Christian, ich klopfe nicht bei Euch an. Denn inzwischen gibt es eine Alternative. Nämlich die Alternative für Deutschland. Da fühle ich mich besser aufgehoben.

Lebe wohl!

Bernd 

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One Comment on “Lieber Christian, ich will gar nicht”

  1. Anonymous sagt:

    Sehr treffend, Bernd U. – und es war diesmal eigentlich soo leicht für die Liberalen, Kante zu zeigen und wieder richtig mitzumischen! Aber nein, keine Alternative zu Merkels offene Grenzen aufgezeigt, ebenso das Festhalten am überzogenen Datenschutz – die FDP ist Geschichte, zumindest die von Genscher, Dahrendorf und Co.
    Gruß J.Frölich

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