Das Urteil im Pegida-Mord

wurde vor wenigen Tagen in Dresden gefällt: Gerade mal fünf Jahre Haft für den Beschuldigten. „Nein, das war kein Mord“, so begann das Plädoyer des Staatsanwaltes. Dabei hatte der → Täter nicht nur mehrmals mit dem Messer kräftig zugestoßen. Die 15 Zentimeter lange und 4 Zentimeter breite Klinge des Schlachtermessers  wurde im Leib des tödlich Verletzten auch noch verdreht.  Die Todesschreie des so grausam Gefolterten müssen entsetzlich und markerschütternd gewesen sein. Und doch: Niemand der Mitbewohner will etwas gehört oder gesehen haben. Dabei geschah die Bluttat am Abend direkt vor deren Haustüre. Das Opfer:  Khaled Idris Bahray aus Eritrea. Die Zeitungen haben darüber berichtet: →FAZ, →Bild und die →Süddeutsche.

Tote können nicht mehr reden. Das ist für den Täter von Vorteil. Und wenn auch noch seine Kumpane dicht halten, dann haben Polizei und Staatsanwaltschaft schlechte Karten. In dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten, so lautet unser Rechtsgrundsatz.  Angeblich soll es Notwehr gewesen sein. Die Tatwaffe soll das Opfer selber in einer Tasche am Körper getragen haben. Ein 15 cm langes und 4 cm breites Messer mit offener Klinge im Hosenbund? Das kann jeder mal selber für sich ausprobieren, ob das klappt und wie lange das gut geht. Es habe  einen Streit um die Haushaltsführung gegeben. Aber bringt man sich deswegen um? Notwehr?  Der Messerstecher selber hatte nicht das geringste Anzeichen einer äußeren Verletzung.

„Wir haben solche Angst“. Das sagten Täter sowie Nachbarn und Mitbewohner des Getöteten in den nächsten Tagen den Journalisten. Und weiter: „Schnell weg aus Dresden“.  Dabei gibt es gute Gründe anzunehmen, daß zu dem Zeitpunkt bereits alle wussten, was sich wirklich zugetragen hatte. Trotzdem wohnten sie seelenruhig weiterhin mit dem Schlächter  unter einem Dach. Nicht nur das: Sie speisten mit ihm und den Journalisten noch am einem Tisch, aßen aus dem gleichen Topf, so als wäre nichts gewesen.  Die Zeitungen hatten darüber berichtet.

Der Täter Hassan Saleh, verpixelt, Quelle: FAZ

Der Täter Hassan Saleh, verpixelt, Quelle: FAZ

Die Krönung des Ganzen: Die Bewohner, darunter der Täter,  beteiligten sich noch am „Schweigemarsch“ für den Getöteten. In vorderster Reihe.

Gedenkmarsch durch Dresden. Quelle: Leipziger Volkszeitung

Gedenkmarsch durch Dresden. Quelle: Leipziger Volkszeitung

Täter, Opfer und Mitbewohner kamen sämtlich aus Eritrea. Allesamt junge Männer, so um die zwanzig Jahre alt. In Eritrea gibt es weder Krieg noch Bürgerkrieg. Die Regierungsgeschäfte führt ein despotischer Diktator, was in Schwarz-Afrika keine Seltenheit ist. Die jungen Männer flüchten vor der Wehrpflicht in ihrem Land, sind also in den Augen des dortigen Regimes Deserteure und müssten somit bei der Rückkehr mit empfindlichen Strafen rechnen. Und genau das schützt sie vor einer Abschiebung aus Deutschland. Und somit wird auch der Totmacher Hassan Saleh nach Verbüßung seiner Haft uns und diesem Land  weiterhin erhalten bleiben.   Zwar können nach §53 des Aufenthaltsgesetzes kriminelle Ausländer ausgewiesen werden, sofern sie hierzulande zu Haftstrafen von mindestens drei Jahren verurteilt wurden.  Allein, die drohende Verfolgung im Heimatland schützt vor Abschiebung.

Warum  die Bezeichnung „Pegida-Mord“ in der Überschrift? Schauen wir uns mal exemplarisch  an, was da kurz nach der Bluttat in den Medien so geschrieben wurde:

Die kontinuierliche monatelange Hetze von Pegida und anderen Rassist*innen hat sich nun in die Tat umgewandelt. Khaled Idris Bahray (20) aus Eritrea wurde ermordet. Dem kaltblütigen feigen Mord vorausgegangen sind etliche Bedrohungen und Anfeindungen, in dem Gebiet in dem Khaled wohnte…. Nun forderte die andauernde Stimmungsmache ihr erstes Todesopfer in Dresden. Es wurde berichtet das Kahled blutüberströmt am Dienstagmorgen vor seiner Hintertür im offenen Hof gefunden wurde. Die Bullen versuchten zunächst diesen Mord zu vertuschen, in dem sie öffentlich berichteten dass Kahled verstorben ist ohne Fremdeinwirkung!. Nach steigenden öffentlichen Interesse und Kontakt mit den Mitbewohner*innen mussten die Bullen ihre Aussage zurück ziehen….Dieser Mord ist nicht mehr hinnehmbar. Zulange haben wir die Rassisten Hetzen lassen. Es heißt jetzt aktiv zu werden! Auf der Straße! Den Rassistischen Terror zurückzuschlagen und die Rassisten da anzugreifen wo sie auftauchen.

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/131830

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