Die Tugendterroristen: Das Personenverzeichnis

tugendterrorDer neue Tugendterror: Das war der zweite Band in der Trilogie von Thilo Sarrazin, erschienen 2014 . Er steht zeitlich und thematisch zwischen „Deutschland schafft sich ab“ (2010) und dem „Wunschdenken“  (2016). Das im gleichen Zeitraum publizierte Werk „Europa braucht den Euro nicht“  soll wegen seiner speziellen Thematik bei dieser Betrachtung außen vor bleiben.

Im Tugendterror rechnet Sarrazin mit seinen Kritikern ab. Mit der  analytischen Schärfe eines Zahlenmenschen, der er als studierter Volkswirt  und Finanzsenator und Ex-Bundesbankpräsident ist, zerlegt er die Parolen, Thesen  und Argumentationsstränge seiner Widersacher. Manches gerät geradezu zur Peinlichkeit für die Betroffenen.  Nicht nur das, Sarrazin schürft tiefer um die Motive und Antriebsfedern jener Schmähkritik in der veröffentlichten Meinung  zu ergründen. Das Ergebnis ist  eben jener Tugendterror, zusammengefasst auf beinahe vierhundert Seiten.

Im Buch werden eine Fülle von Personen benannt; leider fehlt hierzu eine Übersicht. Dem sei mit diesem Blog-Beitrag abgeholfen. Vorab seien einige Sinnsprüche aus dem Werk von Thilo Sarrazin zitiert. So schön, daß ich sie an dieser Stelle einfach wiedergeben muß:

Im Bannkreis der politischen Korrektheit gibt die Wahl der Fragestellung die Grenzen der Erkenntnis bereits vor und beschränkt zugleich das Interpretationsraster denkbarer Antworten.

Die Verwalter der politischen Korrektheit sind vor allem die Sinnstifter in den Medien, unterstützt durch Kronzeugen aus den Geisteswissenschaften.

Bei der Auseinandersetzung haben die Diffamierung, das sachliche Desinteresse und das gezielte Missverständnis bei vielen Medien nach wie vor Konjunktur.

Die Reaktion des breiten Publikums hatte gezeigt, dass die Deutungsmacht der Medien und des von Ihnen verordneten Mainstream-Denkens durch einen Einzelnen durchbrochen werden kann.

Nun zu den „Tugendterroristen“. Die Zahlen beziehen sich auf die jeweiligen Seiten des Buches.

Abdel-Samad, Hamed, Politikwissenschaftler (63)

Akyün, Hatice 89

Allmendinger, Jutta, fordert Zuwanderung (67)

Altmann, Clemens, ZDF-Moderator,  zitiert falsch aus dem Buch (72)

Ash, Timothy Garton (69) findet Sarrazins Fragestellung illegitim, das Buch unverdaulich, vergleicht mit Oswald Spengler

Augstein, Franziska (80)

Augstein, Jakob 101

Bade, Klaus J. Integrationspapst 85   Siehe auch hier: http://www.migazin.de/2014/02/24/thilo-sarrazin-der-neue-tugendterror-rezension-klaus-bade-welt-ungerecht/

Bahners, Patrick, Buchautor: Die Panikmacher, Seite 35

Bartmuß, Hartmut Pfarrer 110ff

Bax, Daniel, taz „Salonrassismus“ 87

Benz, Wolfgang, Historiker (80)

Bingener, Reinhard 175

Decker, Frank, Professor für Politologie, 87

Di Lorenzo, Giovanni, ZEIT-Chefredakteur, Seite 33 kritisiert, daß Sarrazin zu viel Raum gegeben werde 84 93

Dorn, Thea, Schriftstellerin, „Polemik gilt als Volksverhetzung“ (61)

Dusini, Matthias, Kunsthistoriker, bewundert das Brechen gesellschaftlicher Tabus (60) 158

Edlinger, Thomas, Journalist 158

El Kurdi, Hartmut, taz, „Deutschlands beliebtester Quartalsirrer mit rassistischer Zahlenmystik“ (59)

Fahrenholz, Peter, Süddeutsche Zeitung, 83

Gabriel, Sigmar, SPD-Vorsitzender, befürwortet Parteiausschluss (52) 64 108

Geyer-Hindemith, Christian, Journalist (79) fälscht Sarrazins Aussagen

Grimberg, Steffen, taz, 87

Fleischhauer, Jan 101

Sezgin, Hilal, Journalistin „Deutschland schafft mich ab“ (63) http://www.zeit.de/2010/36/Muslimifizierung

Hahn, Jörg-Uwe FDP, 166

Hebel, Stephan, FR(75) „Ruf des Rattenfängers, Sarrazin muß weg“

Jörges, Hans-Ulrich, Sternkolumnist „Sarrazin hat Widerwärtiges freigesetzt“ (59) 80,

Joffe, Josef 88

Junkermann, Ilse, Landesbischöfin, 110

Kaddor, Lamya 89

Kaya, Daniela, SPD  (80)  88

Käßmann, Margot (69) Zieht Bogen von Diffamierung von Menschengruppen zu deren Auslöschung)

Kepplinger, Hans Mathias, Medienforscher, 112ff

Kiyak, Meli 358

Kramer, Friedrich, Pfarrer, Direktor Evangelische Akademie (76) „Fakten sagen gar nichts“ Gesinnung entscheidet

Kohler, Friedemann Stern-Redakteur (80)

Künast, Renate (71) „Der Autor soll seine Tantiemen für Integrationsprojekte spenden“

Kurbjuweit, Spiegelredakteur, Erfinder des „Wutbürgers“ Seite 30

Lau, Jörg  ZEIT 92

Maroldt, Lorenz (68) Chefredakteur taz: „Deutscher Volkscharakter Schlüsselbegriff der extremen Rechten“ Plumpe Provokation http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/auf-den-punkt/auf-den-punkt-sarrazin-bleibt/1260924.html

Merkel, Angela, hält Sarrazins Buch für „nicht hilfreich“ 98,99

Minkmar, Nils, Journalist „Mittelbegabter, fauler Junge“ (350) 84

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sarrazin/das-buch/sarrazin-debatte-lesen-ist-nicht-genug-

Nauer, David 87

Neurer, Dietmar, Redakteur Handelsblatt (80)

Nassehi, Armin, Soziologieprofessor 82, 83

Nutt, Harry, Journalist, Populistisches Pamphlet (62) Revert: zwanghaft rechthaberischen Buches http://www.fr-online.de/literatur/sarrazin-buchkritik-gar-nicht-allein-im-debattenwind,1472266,26327472.html

Özkan, Aygül, Niedersächsische Integrationsministerin, wirft Sarrazin vor, mit dem Buch viel Geld verdient zu haben, Rassismus (71)o

Popp, Maximilian Spiegelredakteur. Unterstellt Sarrazin Aussagen (Migranten sind faul), die er nie getätigt hat.  Lehnt eine Richtigstellung ab. Fundstelle: Vorwort, Seite 11

Poschardt, Ulf 100

Posche Ulrike, Schriftstellerin (80)

Prantl, Heribert, Süddeutsche Zeitung (80) 85

Precht, Richard David, Populärphilosoph „Traf ins Schwarze, als er ins Braune redete“ (58)

Pusch, Luise 171 Linguistikprofessorin

Rose, Romani, 165

Roth, Claudia 165

Schäuble, Wolfgang, bezeichnet Sarrazins Bücher als verantwortungslosen Unsinn (50) 106

Scheck, Denis 167

Schirrmacher, Frank, FAZ-Herausgeber, findet Sarrazin anstößig (66) 98ff

Schmidt, Christoph M, Volkswirt, Mitglied Sachverständigenrat (79)

Seibert, Steffen, Regierungssprecher 92 97

Seibt, Gustav, Journalist, „Liberale Migrantenfurcht“ (60)

Sentker, Andreas, Zeit, 87

Spiewak, Martin Journalist Anmerkungen 360

Stegner, Ralf, Landesvorsitzender SPD „Sarrazin soll sein Parteibuch abgeben“ (54)

Steingart, Gabor, Handelsblatt (82)

Steinmeier, Frank-Walter, SPD „Abenteuerliche Interpretationen“ (64)

Stern, Maram, Vizepräsident jüdischer Weltkongress, „Juden werden wieder stigmatisiert“ (65)http://www.sueddeutsche.de/politik/antijuedische-aussagen-in-der-politik-der-benutzte-jude-1.996876

Theveßen, Elmar, ZDF-Redakteur, 75 „Sarrazin gehört nicht in ein Spitzenamt“

Ulrich, Bernd, Zeit, 86 (nicht personenidentisch mit dem Autor dieses Blogs)

Veit, Rüdiger, SPD-Abgeordneter „viele Thesen durch das Wesen eines menschenverachtenden Psychopathen“ (349)

Von Hodenberg, Anna-Lena, (72) Redakteurin, hat das Buch nicht gelesen und trotzdem eine Meinung

Widmann, Arno, Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau: „Der Mann ist verrückt, sonst gar nichts“ Seite 32, 80, 91

Bekannt wurde Widmann als er im Februar 1987 in der taz ein vom DDR-Schriftsteller Stefan Heym mit dem Ost-Berliner Professor Jakob Segal (dem ehemaligen Leiter des Instituts für allgemeine Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin) geführtes Interview unter dem Titel Aids –man-made in USA veröffentlichte. Das Interview sollte Segals These verbreiten, dass das HI-Virus in einem US-amerikanischen Militärlabor entwickelt worden und dort 1979 entwichen sei. Quelle: Wikipedia

Wulff, Christian 107

Yücel, Deniz 358

Zander, Michael 94

Die obige Aufzählung der „Tugendterroristen“ ist nicht vollständig. Nur die im Buch Erwähnten wurden hier aufgezählt. Und so findet sich nicht jeder x-beliebige Redakteur eines Provinzblättchens wieder, der sich seinerzeit brav an „Deutschland schafft sich ab“ abgearbeitet hat um so seine „Hausaufgaben“ zu machen.  Auch Naika Foroutan findet sich im „Tugendterror“ nicht wieder. Mit ihrem Elaborat hatte  sich der ehemalige Finanzsenator bereits im Vorwort zur Taschenbuchausgabe von „Deutschland schafft sich ab“ auseinandergesetzt.

Hier das Verzeichnis der Persönlichkeiten, die zwar im Buch genannt werden, allerdings in einem Kontext, so daß die Attribuierung „Tugendterrorist“ nicht zutrifft. Oftmals sind es auch  Kronzeugen für Sarrazins Botschaften:

Aly, Götz 101

Balci, Güner 104

Ben-Zeev, Yoram, Israelischer Botschafter, wundert sich über die Aufregung über „jüdische Gene“ (65)

http://www.welt.de/politik/deutschland/article9727329/Israels-Botschafter-Ich-lerne-natuerlich-Deutsch.html

Bingener, Reinhard 175

Broder, Henryk M, Publizist wundert sich über die ganze Aufregung (61) 67 75

Buschkowsky, Heinz 104

Beyer, Thomas  SPD-Politiker 180

Reinhard Bingener, Journalist 175

Campell, Alastair, 100

Grau, Alexander, Philosoph 225

Herzberg, Andre, Musiker 68

Jenninger, Philipp, Bundestagspräsident, Seite 43

Kelek, Necla, türkischstämmige Soziologin (63) „Sarrazins Analyse ist eine Ohrfeige für die Parteien“ 86

Köcher, Renate, Allensbach-Chefin Seite 29

Köppel, Roger Redakteuer 107

Kohler, Berthold, FAZ 115

Maron, Monika, Schriftstellerin, Seite 33 88

Matussek, Matthias, Journalist (78) Kritisiert die Kritik 97 101ff

Mohr, Reinhard Journalist 85,86 lesenswert: http://www.spiegel.de/kultur/tv/sarrazin-debatte-bei-anne-will-jetzt-geht-s-erst-richtig-los-a-715826.html

Nölle-Neumann, Elisabeth, Meinungsforscherin 129

Noll, Chaim „ Islam-Kritik ist notwendig zum Erhalt der geistigen Freiheit“ (64) http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/blick_aus_israel_auf_die_sarrazin_debatte/

Nolte, Ernst, Historiker, Seite 43

Reichow, Lars 102ff

Rindermann, Heiner 93

Rost, Detlef 93

Safranski, Rüdiger, Schriftsteller   wundert sich über „Eugenik-Debatte“ (66) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73892435.html

Schmid, Josef, Soziologe 115

Schurz, Gerhard, Philosophieprofessor: „Ein seriöses Werk“ (59)

Schuster, Jacques, Seite 35

Seidl, Claudius, Schriftsteller 162

Seifert, Heribert „Sarrazin öffne dem Unmut über vormundschaftliche Hege und Pflege der öffentlichen Debatte ein Ventil“ (61)

Seligman, Martin, Seite 40

Sloterdijk, Peter, Philosoph 92 98

Spiegel, Pirmin, Chef von Misereor Seite 38

Stürmer, Michael, Historiker (71) über die Sarrazin-Kritiker: Abgebrauchte und hohltönende Phrasen der Political Correctness“

Timtschenko, Viktor, ukrainischer Journalist und Schriftsteller 98

Von Dohnanyi, Klaus verteidigt Sarrazin im Parteiausschlussverfahren (52)

Von Lojewski, Günther, Seite 34

Wagner, Richard 106

Walser, Martin, Seite 43

Weede, Ulrich, Soziologe, „Sarrazins Zielsetzung hat nichts mit Rassismus, Biologismus .. zu tun“ (59)

Wehler, Hans-Ulrich, Historiker: „Sarrazins Problemdiagnose trifft ins Schwarze“ (59)

Wergin, Clemes, Journalist, beklagt sinnentleerte Verschleierungsdiktion in Bezug auf Geburtendebatte (67)

Zastrow, Volker, Seite 28

Zimmer, Dieter. E., Autor und Journalist, wundert sich über die SPD:  http://www.focus.de/wissen/mensch/tid-25011/eine-klarstellung-von-dieter-e-zimmer-nicht-alle-menschen-wurden-gleich-geschaffen_aid_702722.html

Viele Kritiker haben Sarrazin einen trockenen Schreibstil und Humorlosigkeit vorgeworfen. Auch dieser Vorwurf geht ins Leere. Hier ein Gegenbeispiel auf Seite 195:

„Aber so wie der Mops zu hundert Prozent vom Wolf abstammt und jede einzelne seiner Gemütsregungen aus dessen DNA bezieht, so stehen der eifernde evangelische Linkspastor oder der mit der Wahrheit im Dienste der guten Sache freizügig umgehende Spiegel-Redakteur in der Tradition des zweitausendjährigen abendländischen Tugendterrors.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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