Afrikanische Mütter

Nein, ich gehöre nicht zu denen, die den heutigen „Muttertag“ als kitschige amerikanische Erfindung und Geschäftemacherei abtun. Er soll uns  über zweierlei ernsthaft nachdenklich machen: Zum einen ganz persönlich für die eigene Mutter, der jeder von uns sein Leben zu verdanken hat. Zum anderen aber allgemein an die  Mütter dieser Welt, die oftmals Schicksal und Mutterschaft ganz anders durchleben und erleiden als in unserem von Zivilisation und Wohlstand geprägten Europa. Genau dieser Gedanke kommt oftmals zu kurz und deshalb schreibe ich heute diese Zeilen.

Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft: Eine Gefühlswelt, ein Erleben, das für uns Männer kaum nachvollziehbar ist. Die Schwangerschaft ist oftmals beschwerlich genug, körperlich und psychisch. Der Bauch wird unförmig, die Bewegung eingeschränkt, oftmals liegen die Nerven blank. Die Geburt selber: Anstrengend und schmerzhaft. Und dann endlich rutscht etwas aus dem Körper heraus, glitschig, blutig, klebrig. Kein schöner Anblick für empfindsame Nerven. Und dieses Etwas erfährt etwas ganz seltsames: Mutterliebe! Ein automatisch ablaufendes genetisches Programm, das  im Bauplan des Lebens  jedem weiblichen Wesen in die Wiege gelegt ist. Bei Mensch und Säugetier gleichermaßen. Und wenn uns Feministinnen auch in diesem Kontext  irgendwelche erlernten Sozialisationen einreden wollen: Die Natur ist das lebendige Gegenbeispiel.

Afrika: Dort geht es vielen Frauen richtig dreckig: Hunger und Gewalt, der tägliche Kampf ums nackte Überleben. Hygiene und medizinische Versorgung sind, falls vorhanden, nicht mit unseren Maßstäben zu messen. Und auch dort gebären Frauen ihre Kinder, oftmals unter primitiven Umständen, ohne Ärzte, Medikamente oder schmerzlindernde Betäubung. Nicht einmal oder zweimal, sondern vier, fünf, sechs, sieben oder mehr.  Und jedes einzelne Kind wird von seiner Mutter  mit Liebe aufgezogen, genährt, gewaschen, gekleidet und versorgt. Und da sind ja noch die anderen Geschwister, manche selber noch Kleinkinder, die von derselben Mutter behütet  werden. Nicht nur das: Diese Frauen müssen oftmals auch noch für den Lebensunterhalt der Familie sorgen. Oft genug haben sich die Kerle aus dem Staub gemacht.

Diese Frauen haben ganz andere Sorgen als unsere Feministinnen hierzulande. Da geht es nicht um Quote, ein paar Prozent Lohnabstand oder gendergerechte Sprachregeln. Da geht es um das eigene nackte Überleben und das der Kinder. Die Frauen  in Afrika und anderen Orten der dritten Welt: Die schaffen das, trotz allem. Diese Mütter haben meine besondere Hochachtung.

Afrikanische Mutter. Quelle: Ärzte ohne Grenzen 2016

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One Comment on “Afrikanische Mütter”

  1. Krayer sagt:

    Danke für den Blog, den Du gestern ja schon angekündigt hattest. Viele Grüße, Bernd

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